Hombruch beherbergt fair gehandelten Kaffee

Leicht ist er, und würzig. Von weit her kommt er, aus Kolumbien, von einer Plantage aus der Region Cauca. Seine neue Heimat hat er im Ruhrgebiet, jetzt auch in Hombruch, gefunden: Der fair gehandelte Dortmund-Kaffee ist angekommen.

 Öffentlich ausgeschenkt hat ihn Freitag (28.5.) zum ersten Mal Uwe Brandt – ausgerechnet in seinem Teemarkt an der Harkortstraße. Er ist einer der Einzelhändler, die den „Gourmetkaffee“ bereits in ihr Sortiment aufgenommen haben – und das ging so: Hartmut Hering von der Agentur „Impulse“ kümmert sich um die Vermarktung von Fairtrade-Produkten an den Einzelhandel. Als „Einstiegsdroge für fairen Handel“ schlug er dem Teehändler den Dortmund-Kaffee vor.


Hauptstadt des fairen Handels

Uwe Brandt sagte zu – aus zwei Gründen: Er will den fairen Handel unterstützen. Außerdem schmecke ihm die Dortmunder Marke einfach gut. Sie sei etwas „für den gehobenen Gaumen, aber für jeden Tag“.

Zehn Jahre gibt es das Projekt „Der Pott kocht fair“ schon, es war also höchste Zeit für einen Dortmund-Kaffee: „Wir haben uns immer ein bisschen gegrämt“, sagte OB Ullrich Sierau beim Probetrinken, „wenn wir festgestellt haben, dass woanders im Pott Kaffee aus fairem Handel kredenzt wird.“

Schließlich sei Dortmund schon drei Mal Hauptstadt des Fairen Handels, zwei Mal auf nationaler, einmal auf internationaler Ebene geworden. „80 Bauern arbeiten für den Pott-Kaffee“, sagt Martin Müller von der Weltladen-Basis Gelsenkirchen, „mit ihren Familien hängen 400 Menschen daran.“

Auch in die Gastronomie

Die Heimat Cauca, südwestlich von Bogotá, ist ein klassisches Anbaugebiet für Kokainpflanzen. Mit dem geförderten Kaffee-Anbau soll den Kleinbauern eine legale Alternative zum Drogengeschäft geboten werden. Der Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland e.V. und die Agentur Impulse möchten den neuen Kaffee nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in der Gastronomie einführen.

Betriebe, die bisher nicht angesprochen wurden, können sich auch selbst melden. „Wer trinkt überhaupt Kaffee?“, fragt sich Uwe Brandt nun manchmal und kommt so mit seinen Kunden weiter ins Gespräch. Er möchte sein Fairtrade-Sortiment erweitern, mit Süßwaren – und Tee.

Für fair gehandelten Kaffee gibt es einen festgelegten Mindestpreis. Somit ist der Verdienst der Bauern nicht von Marktschwankungen abhängig. Wenn die Preisentwicklung gut ist, erhalten sie einen Aufschlag von zehn Prozent. Die Ernte wird vorfinanziert.

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geschrieben am 31. Mai 2010